Stabiler Ausbildungsstart: Stärken des Handwerks ziehen

von Aytürk
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Zum 1. September startet das oberfränkische Handwerk mit Rückenwind ins neue Ausbildungsjahr – HWK meldet 1.781 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge

Bayreuth/Oberfranken. Es ist ein erfreulicher Einstieg in das nächste Ausbildungsjahr. Im oberfränkischen Handwerk wurden bis Ende August 2026 insgesamt 1.781 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Damit bestätigt sich auch in der Region der Trend, der sich bayern- und deutschlandweit zeigt: Immer mehr junge Menschen entscheiden sich dafür, ihre berufliche Karriere im Handwerk zu starten. „Diese ist für uns ein Lichtblick in schwierigen Zeiten“, sagt HWK- Hauptgeschäftsführer Reinhard Bauer. „Die stabilen Zahlen machen deutlich, dass die Stärken des Handwerks jetzt besser wahrgenommen werden. Denn wir sind die Branche, die zukunftsorientierte Aufgaben mit sicheren Arbeitsplätzen und sinnstiftender Tätigkeit verbindet.“

Stabile Zahlen oder Zuwächse bei neu abgeschlossenen Lehrverträgen verzeichnet die HWK für Oberfranken dabei bereits im fünften Jahr in Folge. „Diese Trendwende hat in anderen Regionen später eingesetzt“, konstatiert Bauer, „jetzt aber sind wir in Oberfranken und auch in ganz Bayern endlich wieder über dem Vor-Corona-Niveau.“ Ausschlaggebend sind nach seiner Einschätzung mehrere Aspekte. „Wir haben das Gefühl, dass immer mehr junge Menschen die guten Chancen mit sicheren Jobs und interessanten Perspektiven erkennen und für ihre individuelle Karriere nutzen wollen.“ Wer heute eine Ausbildung im Handwerk beginne, entscheide sich klar für Aufgaben mit Zukunftspotenzial, die zwar von Künstlicher Intelligenz unterstützt, aber niemals von ihr ersetzt werden könnten. Und er entscheide sich für Sicherheit. „Nicht zuletzt hat sich in den letzten Jahren auch das Image der Handwerksberufe weiter verbessert, was dazu führt, dass auch bei den Eltern als maßgebliche Berufswahl-Entscheider ein Umdenken eingesetzt hat“, so der Hauptgeschäftsführer.

Starke Argumente für das Handwerk

Auch HWK-Präsident Matthias Graßmann ist stolz auf die Entwicklung bei den Ausbildungszahlen: „Vielen Berufsanfängerinnen und -anfängern und ihren Eltern ist klar geworden, dass es im Handwerk Aufgaben für sie gibt, die perfekt zu ihren Interessen, ihren Stärken, ihren Fähigkeiten passen und alle Lebensbereiche abdecken.“ Die Vielfalt bei der Auswahl des Traumjobs – von Technik, Mobilität, Energie und Umwelt, Gesundheit, Kommunikation und kreativer Gestaltung – macht das Handwerk zu einer ausgezeichneten Wahl. Graßmann geht auch davon aus, dass bis Jahresende die Zahlen weiter ansteigen werden. „Im Gegensatz zu früher entscheiden sich heute viele Schülerinnen und Schüler erst deutlich später, wohin die berufliche Reise gehen soll. Erst wird der Abschluss gemacht, danach weitergesehen.“

Weiterhin Chancen

Trotz des guten Zulaufes wollen und können die Betriebe weiteren jungen Menschen den Einstieg in das Handwerk ermöglichen. „Der Einstieg ins Ausbildungsjahr ist noch ohne Probleme möglich, hier sollte keiner falsche Scheu zeigen.“ Zudem gehe auch das Werben um die jungen Menschen weiter. „Wollen wir den Fachkräftebedarf im Handwerk auch künftig decken, müssen wir weiterhin unsere starke Ausbildungsleistung sichtbar machen“, skizziert Hauptgeschäftsführer Bauer. Er sieht dabei die Vorteile eindeutig auf Seiten des Handwerks. „Da wir nicht so stark am Tropf der globalen Wirtschaftsentwicklung hängen wie beispielsweise die Industrie, die momentan Ausbildungs- und Arbeitsplätze abbaut, können wir den Schülerinnen und Schülern ein stabiles Arbeitsumfeld direkt vor der Haustüre anbieten. Und selbst bei den Ausbildungsvergütungen und späteren Verdienstmöglichkeiten holt das Handwerk immer weiter auf.“

Berufsmessen Handwerk bieten gute Orientierungschancen

„Wer sich bei der Wahl noch nicht sicher ist und noch Inspiration braucht, dem empfehle ich auch den Besuch unserer Berufsmessen Handwerk. Sie finden am Samstag, 10. Oktober, im HWK- Bildungszentrum Coburg, sowie am Samstag, 24. Oktober, in unseren Bildungszentren in Bamberg und Bayreuth statt“, so Bauer. Dort gehe es spezifisch um handwerkliche Berufe. Viele regionale Betriebe sind persönlich vor Ort, präsentieren ihre Berufe und beantworten alle Fragen rund um die Ausbildung. Dieser persönliche Kontakt schafft meist gute Möglichkeiten für Praktika oder den direkten Berufseinstieg.

Wer vorab schon Hilfestellungen bei der Berufswahl braucht, findet unter www.lehrstellen-radar.de freie Ausbildungsplätze, selektierbar nach Region und Beruf. Zudem steht das Team Ausbildungsberatung der HWK mit Rat und Tat zur Seite. Interessierte finden unter www.hwk- oberfranken.de/schuelerinnen-und-schueler weiterführende Tipps und den direkten Kontakt.

Zum 1. September 2026 starten in Oberfranken 1.781 neue Auszubildende (Stand: 31.08.2026) ihre Laufbahn im Handwerk

Meistgewählte Ausbildungsberufe

 Top-3-Ausbildungsberufe bei Männern:

1. Kfz-Mechatroniker

2. Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

3. Elektroniker

 Top-3-Ausbildungsberufe bei Frauen:

1. Fachverkäuferin Lebensmittelhandwerk

2. Friseurin

3. Augenoptikerin

Offene Lehrstellen (Online-Lehrstellenbörse der HWK, Stand 31.08.2026)

 160 offene Ausbildungsplätze und 16 Praktika (freiwillige Meldung von Betrieben!)

Die Berufe mit den meisten Angeboten:

1. Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (21 offene Stellen) 2. Elektroniker/in verschiedenen Fachrichtungen (16 offene Stellen)

3. Feinwerkmechaniker/in (15 offene Stellen)

Ausbildende Handwerksbetriebe (Stand: 31.12.2025)

 2.002 Ausbildungsbetriebe bilden im oberfränkischen Handwerk momentan aktiv aus, davon  1.806 Betriebe in der Anlage A (Gewerke mit Meisterpflicht)

   

77 Betriebe in der Anlage B1 (Zulassungsfreie Gewerke)

4 Betriebe in der Anlage B2 (Handwerksähnliche Gewerke)

115 Übrige

Neue Ausbildungsverträge– Ausländer (Stand: 31.08.2026)

 313 ohne deutsche Staatsangehörigkeit (davon 43 aus der Ukraine)

Handwerkskammer für Oberfranken · Kerschensteinerstraße 7 · 95448 Bayreuth · Telefon 0921 910-0 · info@hwk-oberfranken.de · www.hwk-oberfranken.de

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Schulische Vorbildung (Stand: jeweils Schulabschluss 2015

31.12. des Jahres) 2020

7% 45 % 36 % 12 %

2022

2023

2024 2025

3% 6% 43% 38% 38% 39% 12% 8%

4% 9%

Ohne Schulabschluss Mittelschulabschluss Mittlerer Schulabschluss Hochschulreife Ausländischer Abschluss

7 % 48 % 35 % 9 % 1 %

4%     2%

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