Wenn der letzte Sud im Kessel dampft: Museumsbraumeister Siegfried Brückler geht in den Ruhestand – Der Landkreis Würzburg sagt gemeinsam mit vielen Partnern Danke

von Aytürk
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Es riecht nach Hopfen und Malz. Warmer Dampf zieht durch das Sudhaus. Noch einmal füllen sich die Kessel im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim. Es ist ein besonderer Moment: Siegfried Brückler aus Thüngersheim steht zum letzten Mal vor dem Ruhestand an seinem vertrauten Arbeitsplatz. Nach 30 Jahren als Museumsbraumeister setzt er passend zum Tag des Bieres seinen letzten Sud an. Zahlreiche Wegbegleiter und Gäste sind zum Abschied gekommen.

Thomas Eberth, Landrat des Landkreises Würzburg, würdigte die Verdienste des Thüngersheimers und betonte dessen besondere Fähigkeit, Wissen lebendig zu vermitteln: „Siegfried Brückler hat Generationen von Besucherinnen und Besuchern gezeigt, wie viel Handwerk, Erfahrung und Leidenschaft im Bierbrauen steckt und warum Bier früher Lebenselixier war und heute Grund für Gemeinschaft und Miteinander ist. Gleichzeitig hat er immer vermittelt, dass der Genuss von Bier bewusst und verantwortungsvoll erfolgen sollte.“

Drei Jahrzehnte lang prägte Siegfried Brückler die Darstellung fränkischer Brautradition im Freilandmuseum Bad Windsheim und machte sie für unzählige Besucherinnen und Besucher zum Erlebnis. Seine Bilanz ist beeindruckend: tausende Sude, insgesamt 1.339 Brautage und unzählige Führungen, in denen er anschaulich erklärte, wie Bier früher nicht nur Genussmittel, sondern oftmals auch lebensnotwendiges Grundnahrungsmittel war. Mit großer Authentizität machte er deutlich, wie arbeitsintensiv und anspruchsvoll das Brauhandwerk früher war.

Verbindung zwischen dem Landkreis Würzburg und dem Freilichtmuseum Bad Winsheim

Zum letzten Sud von Siegfried Brückler gratulierten unter anderem Prof. Dr. Karin Falkenberg, Direktorin des Fränkischen Freilandmuseums Bad Windsheim, Dr. Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbunds, Peter Daniel Forster, Bezirkstagspräsident von Mittelfranken, und Ski-Olympiasieger Markus Wasmeier, der am Schliersee ebenfalls ein Freilichtmuseum betreibt.

Der Landkreis Würzburg ist mit dem Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim eng verbunden, weil dort beispielweise die Synagoge aus Allersheim wiederaufgebaut wurde. Daneben stehen im Freilandmuseum das historische Bauernhaus aus Kleinrinderfeld und die alten Kräne der Steinbrüche aus Kirchheim. „In Bad Windsheim wird Geschichte bewahrt und verständlich zugänglich gemacht, wie es eben auch Siegfried Brückler gelebt hat“, betonte Landrat Thomas Eberth mit einem Danke die Bedeutung des historischen und kulturellen Erbes des Museums.

1: Im Namen des Landkreises Würzburg dankt Landrat Thomas Eberth (links) dem Braumeister des Fränkischen Freilandmuseums, Siegfried Brückler, für dessen langjährige Verdiente um die fränkische Brautradition.

Foto: Michael Grönert

Zum Abschied nach 30 Jahren im Dienst der fränkischen Brautradition (von links): Dr. Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbunds, Landrat Thomas Eberth, Prof. Dr. Karin Falkenberg, Direktorin des Fränkischen Freilandmuseums Bad Windsheim, Museumsbraumeister Siegfried Brückler, Brigitte Wasmeier und Ski-Olympiasieger Markus Wasmeier sowie Bezirkstagspräsident Peter Daniel Forster.

Foto: Michael Grönert

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