Der SPD-Politiker Sebastian Fath betonte, dass die deutsch-türkische Freundschaft im Kontext der Integrationspolitik eine zentrale Rolle spiele. Zugleich wies er darauf hin, dass die emotionalen Brücken zwischen der einheimischen Bevölkerung und Zugewanderten weiter gestärkt werden müssten.
Fath, der sich durch seinen engen Dialog und seine vertrauensvollen Beziehungen zur türkischen Gemeinschaft in der Stadt auszeichnet, unterstrich in einem Interview mit der Zeitung Birlik, dass Integration ein wechselseitiger Prozess sei. „Menschen türkischer Herkunft, die mittlerweile in der vierten Generation leben, sollten nicht mehr als ‚Fremde‘, sondern als integraler Bestandteil der Gesellschaft wahrgenommen werden“, erklärte er.
Nachfolgend geben wir die Einschätzungen von Sebastian Fath wieder:
Aytürk: Können Sie sich zunächst kurz vorstellen?
Sebastian Fath: Ich bin 41 Jahre alt, Jurist und arbeite in einer öffentlichen Einrichtung.
Aytürk: Wie lange besteht Ihre Freundschaft zu Menschen türkischer Herkunft?
Sebastian Fath: In meinem Wohnviertel habe ich viele türkische Freunde. Seit vielen Jahren grüßen wir uns, führen Gespräche und pflegen den Austausch. Besonders ihre offene und herzliche Art hat mich beeindruckt. Mit der Zeit haben sich diese Beziehungen weiter vertieft.
Integration: Hatten Sie bereits die Gelegenheit, die Türkei zu besuchen?
Sebastian Fath: Bisher war ich noch nicht in der Türkei. Allerdings lebt in unserer Stadt Würzburg eine große türkische Gemeinschaft. Wir stehen in regelmäßigem Kontakt, verbringen Zeit miteinander und tauschen uns intensiv aus.
Aytürk: Sie zeigen in Ihrer politischen Arbeit ein besonderes Interesse an deutsch-türkischen Beziehungen. Was möchten Sie dazu sagen?
Sebastian Fath: Ich bin Mitglied der Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Innerhalb der Partei habe ich viele Freunde mit türkischen Wurzeln. Sowohl in politischen Prozessen als auch in Wahlkampfphasen habe ich große Unterstützung erfahren.
Aytürk: Kann man sagen, dass Sie eine starke Bindung zu türkischen Wählerinnen und Wählern haben?
Sebastian Fath: Auf jeden Fall. Bei Wahlen habe ich erhebliche Unterstützung erhalten. Zwischen uns besteht eine starke Verbindung, die auf gegenseitigem Respekt und Wertschätzung basiert.
Aytürk: Wie bewerten Sie die Integrationspolitik?
Sebastian Fath: Integration ist ein langfristiger und gegenseitiger Prozess. Es ist entscheidend, dass Zugewanderte und Mehrheitsgesellschaft einander akzeptieren und verstehen. Dabei sind gemeinsame Anstrengungen von deutscher und türkischer Seite von großer Bedeutung.
Aytürk: Wie schätzen Sie den Beitrag der türkischen Bevölkerung in Deutschland ein?
Sebastian Fath: Ohne die türkischen Arbeitskräfte wäre das wirtschaftliche Wachstum Deutschlands seit den 1960er-Jahren in dieser Form kaum möglich gewesen. Insbesondere bei Infrastrukturprojekten und im Industrialisierungsprozess war ihr Beitrag von entscheidender Bedeutung.
Aytürk: Welche Aktivitäten verfolgen Sie im Bereich der deutsch-türkischen Freundschaft?
Sebastian Fath: Ich bin Mitglied eines deutsch-türkischen Freundschaftsvereins. Wir leben eng mit türkischen und anderen migrantischen Gemeinschaften zusammen. Daher halte ich es für äußerst wichtig, Freundschaften auf Basis gegenseitigen Verständnisses weiter auszubauen.
Aytürk: Vielen Dank für Ihren vorbildlichen Ansatz.
Sebastian Fath: Ich danke Ihnen ebenfalls für Ihr Interesse und Ihre Sensibilität.

Foto: Alp Media
