Ausstellungseröffnung im Rathaus: Mehrgenerationenherausforderung

Foto „Omas For Future“ Eine Ausstellung auch als Zwischenbilanz: Bürgermeister Martin Heilig, Prof. Dr. Ulrike Hellert, Friederike Holtmann (beide Psychologists 4 Future), Ingeborg Burckardt, Blandina von Collande, Monika Müller-Zeugner, Angelika Deyerling, Miranda Rothenburger-Glaubitt und Gisela Schreiber (von links) zeigen, wo der Klimaschutz in Würzburg aktuell steht und welche ambitionierten Ziele man noch vor sich hat. Foto: Georg Wagenbrenner. Foto „Omas For Future“ Eine Ausstellung auch als Zwischenbilanz: Bürgermeister Martin Heilig, Prof. Dr. Ulrike Hellert, Friederike Holtmann (beide Psychologists 4 Future), Ingeborg Burckardt, Blandina von Collande, Monika Müller-Zeugner, Angelika Deyerling, Miranda Rothenburger-Glaubitt und Gisela Schreiber (von links) zeigen, wo der Klimaschutz in Würzburg aktuell steht und welche ambitionierten Ziele man noch vor sich hat. Foto: Georg Wagenbrenner.

Bundesweit bekannt ist, fast so lange wie man von der Klimakrise
spricht, auch die soziale Bewegung Fridays For Future. Seit 2019 hat
diese Bewegung eine besondere Facette: die Omas For Future. Wie der Name
schon sagt, setzen sich Omas (und Opas) für Nachhaltigkeit und Zukunft
ein. Im Blick hat man nicht zuerst sich selbst, sondern die Kinder und
Enkelkinder und den Planeten, den diese einmal erben werden. In ganz
Deutschland gibt es mittlerweile schon rund 70 Regionalgruppen.

Die Würzburger Regionalgruppe hat in Partnerschaft mit dem Umwelt- und
Klimareferat der Stadt Würzburg eine Ausstellung entwickelt, die nun im
Rathaus-Foyer eröffnet wurde. Bürgermeister Martin Heilig betonte in
seiner Begrüßung, dass man sich angesichts von immer neuen
Temperaturrekorden und bedrohlichen Wetterextremen wirklich Sorgen um
die Zukunft der Kinder und Enkelkinder machen muss, betonte aber: „Wir
dürfen in Sachen Klimawandel nicht direkt von der Erkenntnis in Panik
übergehen, sondern müssen überlegen, was jeder Einzelne und wir als
Gesellschaft zusammen konkret tun können.“

Selbst aktiv werden, das ist auch der Ansatz von Angelika Deyerling und
Gisela Schreiber von Omas For Future. Sie spüren eine große
Verantwortung und meinen, ihre Generation habe ein beachtliches Stück
zur derzeitigen Umweltsituation beigetragen. In ihrer gemeinsamen Rede
machten sie deutlich: Eine Verbesserung der Klimasituation sei auch
schon mit kleinen Schritten möglich. Beispielsweise könne man häufig
ohne großen Verzicht vom Auto aufs Rad oder den ÖPNV umsteigen. Das
bringe sogar weitere Vorteile wie Spaß und körperliche Gesundheit. Die
fortschreitende und häufig unbekümmerte Zerstörung der Natur
veranschaulichten sie mit einem Gedankenspiel: „Was nichts kostet ist in
unserem System offensichtlich nichts wert. Wie wäre es wohl, wenn die
Natur wie Firmen oder Dienstleister Rechnungen schreiben würde?“

Tatkräftig unterstützten auch PsychologInnen das Ausstellungs-Projekt
sowie die soziale Bewegung im Allgemeinen. Sie bringen ihr
psychologisches und therapeutisches Fachwissen ein. Es gilt auf
Emotionen angemessen zu reagieren. Friederike Holtmann (Psychologists 4
Future) sprach vorallem den menschlichen Schutzmechanismus der
Verdrängung an. Die einen wollen den Klimawandel nicht sehen, die
anderen sehen hingegen den Ausweg nicht. Hier will man ansetzen, der
Einzelne kann etwas tun, trägt aber auch nicht alleine die ganze
Verantwortung.

Bürgermeister Martin Heilig, der das Umwelt- und Klimareferat der Stadt
Würzburg leitet, zeigte vor den fachkundigen Gästen welche Anstrengung
die Stadtverwaltung bereits in Sachen Klimaschutz unternimmt. Das
übergeordnete Ziel ist 2040 klimaneutral zu sein, wie es der Stadtrat
am 20.02.2022 beschlossen hat.

Ein Zusammenspiel von vielen Maßnahmen auf unterschiedlichsten
Politikfeldern soll diesen ambitionierten Weg begleiten. Heilig nannte
nach dem Verweis auf die wegweisenden Grundsatzbeschlüsse und Leitbilder
viele konkrete Beispiele. So fördert die Stadt Fassaden- oder
Dachbegrünungen, Mini-PV-Anlagen auf Balkonen oder private
Baumpflanzungen finanziell. Man bezuschusst Beratungen zum energetischen
Sanieren. Würzburg sorgt mit Messungen und Berechnungen für eine
verbesserte Datengrundlage zu Klimahotspots im Stadtgebiet als zentrale
Grundlage für nachhaltiges Bauen. Zudem setzt die Stadt auf nachhaltige
Mobilität mit Taktverdichtungen bei der Straßenbahn, neuen
Mobilstationen oder einem konsequenten Jobticket-Ausbau. Die gesamte
Präsentation des Bürgermeisters kann man unter
www.wuerzburg.de/538890 einsehen.

Die Ausstellung „Wer, wenn nicht wir? Wann, wenn nicht jetzt?“ läuft
noch bis zum 28. Februar. Jeweils donnerstags (9., 16. und 23. Februar)
sind von 16 bis 18 Uhr Ansprechpartnerinnen und -partner der beiden
Initiativen vor Ort. Ein Klimagesprächskreis findet am Donnerstag, 16.
Februar von 16.30 bis 18 Uhr statt.
Die Öffnungszeiten der Ausstellung geben die Organisatoren wie folgt
an:
Montag und Mittwoch 8 bis 13 Uhr, Dienstag 8 bis 12 und 14 bis 16 Uhr,
Donnerstag 8 bis 12 und 14 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 12 Uhr.


Text: Luna Piegza

Aytürk

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