Friedrich-Edding-Preis für Berufsbildungsforschung verliehen - Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Christiane Thole ausgezeichnet

v.l.n.r.: Prof. Dr. Brigitte Schels (stellvertretend für Prof. Bernd Fitzenberger, Ph.D), Thomas Hochleitner, Dr. Christiane Thole, Prof. Dr. Volkmar Herkner, und Prof. Dr. Hubert Ertl. v.l.n.r.: Prof. Dr. Brigitte Schels (stellvertretend für Prof. Bernd Fitzenberger, Ph.D), Thomas Hochleitner, Dr. Christiane Thole, Prof. Dr. Volkmar Herkner, und Prof. Dr. Hubert Ertl.

Die Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungsforschungsnetz (AG BFN) hat Dr. Christiane Thole für ihre herausragende Dissertation „Berufliche Identitätsarbeit als Bildungsauftrag der Berufsschule. Am Beispiel der dualen Ausbildung im Einzelhandel“ mit dem „Friedrich-Edding-Preis für Berufsbildungsforschung 2023“ ausgezeichnet. Die Verleihung fand Ende September auf der AG BFN-Fachtagung „Sprache(n) im Beruf: Erfolgsrezepte für die berufliche Sprachbildung“ in Bamberg statt. Die Tagung wurde vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gefördert und von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg in Kooperation mit dem Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München organisiert.

In ihrer Dissertation geht Dr. Christiane Thole der Frage nach, wie Auszubildende des Einzelhandels ihre berufliche Identität in einem Arbeitsumfeld entwickeln, das durch Globalisierung, Ökonomisierung und Digitalisierung einem stetigen Wandel ausgesetzt ist. Eine gelungene Identitätsarbeit, die auf einer Reflexion der eigenen Interessen, Fähigkeiten und Zielen basiert, wirkt sich nicht nur auf das Wohlbefinden, die Gesundheit und Arbeitsleistung der Betroffenen günstig aus, sondern auch auf das Betriebsklima und die Kundenzufriedenheit. Ihre Studien zeigen, dass ein Großteil der Auszubildenden sich mit dem Beruf nicht identifizieren kann und Anerkennung vermisst. Viele sehen als einzigen Ausweg, die Branche zu verlassen. Wie aber kann die Bildung einer beruflichen Identität durch die Bildungspraxis unterstützt werden? Christiane Thole entwickelt hierfür ein Leitbild zur Förderung beruflicher Identität, das eine Win-Win-Situation zwischen Unternehmen und Beschäftigten anstrebt, und arbeitet didaktische Prinzipien für die Curricula von Berufsschulen aus.

Stellvertretend für den AG BFN-Vorstand würdigte Prof. Dr. Volkmar Herkner(Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik der Europa-Universität Flensburg) als Vorsitzender insbesondere die wissenschaftliche Relevanz der Dissertation und den Bezug zur Ausbildungspraxis. BIBB-Forschungsdirektor Prof. Dr. Hubert Ertl ergänzte: „Frau Thole greift in ihrer Dissertation ein hochaktuelles Thema auf, das auch das BIBB bewegt: nämlich die Sicherung von Fachkräften. Im Vordergrund steht dabei die Frage, wie die Berufsausbildung zukunftsfähig gestaltet werden kann. Ihre Ausarbeitungen liefern hierfür interessante Impulse.“ Neben Prof. Herkner und Prof. Ertl gehören dem AG BFN-Vorstand Prof. Bernd Fitzenberger, Ph.D (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung), Thomas Hochleitner (Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München) und Dr. Iris Pfeiffer (Forschungsinstitut Betriebliche Bildung) an.

Mit dem Friedrich-Edding-Preis für Berufsbildungsforschung fördert die AG BFN den wissenschaftlichen Nachwuchs. Alle zwei Jahre werden besonders herausragende Dissertationen ausgezeichnet, die sich mit aktuellen Fragen der Berufsbildung befassen. Bewertet werden die Arbeiten nach ihrer wissenschaftlichen und berufsbildungspraktischen Relevanz, der Verwendung disziplinübergreifender Ansätze, dem angemessenen Einsatz von Forschungsmethoden, der Entwicklung innovativer Zugänge zur Berufsbildungsforschung und der Berücksichtigung des internationalen Stands der Forschung. Benannt ist der Preis nach Friedrich Edding (1909 - 2002), dem langjährigen Direktor am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und Professor für Bildungsökonomie an der Technischen Universität in Berlin.

Die AG BFN ist ein seit 1991 bestehendes Netzwerk von Personen aus Hochschulen sowie öffentlichen und privaten Institutionen, die Beiträge zur Berufsbildungsforschung aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen leisten. Ziel ist es, neben der Nachwuchsförderung die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu verbessern, den Austausch von Forschungsergebnissen, Meinungen und Erfahrungen in Wissenschaft, Praxis und Politik zu unterstützen sowie relevante Forschungsfelder zu identifizieren. Das BIBB gehört zu den Gründungsmitgliedern der AG BFN.

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Aytürk

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