Löffler, Waldrapp, Pelikane: Wieder mehr Vogelarten im Tiergarten zu sehen

Die Pelikane haben ihr Winterquartier auf Gut Mittelbüg geräumt. Zurück im Tiergarten zieht es sie sofort ins Wasser der Weiheranlage. Die Pelikane haben ihr Winterquartier auf Gut Mittelbüg geräumt. Zurück im Tiergarten zieht es sie sofort ins Wasser der Weiheranlage.

Im Tiergarten der Stadt Nürnberg sind nach dem Winter mehrere Vogelarten in ihre Volieren und Anlagen zurückgekehrt. In der begehbaren Großvoliere neben der Fischkatzenanlage sind nun wieder die Löffler und Waldrappe zu sehen und an den Weihern im südlichen Bereich des Tiergartens halten sich wieder Pelikane, Störche und Gänse auf. Die Vögel haben die kalten Monate in frostfreien Winterquartieren im Tiergarten verbracht. 

Bei der sogenannten „Auswinterung“ arbeiten Tierpflegende und Veterinäre eng zusammen. Denn jedes Tier wird bei der Gelegenheit untersucht: „Wenn die Vögel im Winter in den Stall kommen und im Frühjahr wieder ins Freie, nutzen wir die Gelegenheit für einen tiermedizinischen Check“, sagt Dr. Katrin Baumgartner, Tierärztin im Tiergarten Nürnberg. Jedes der Tiere wird zunächst gewogen und auf den Ernährungszustand hin untersucht. Bei den Löfflern, Waldrappen und Pelikanen kontrolliert das Tierarztteam anschließend die Schnäbel, Füße, Zehenballen und Krallen. Dabei achten sie besonders auf Auffälligkeiten wie Risse oder Wucherungen. Die Ergebnisse werden genau notiert, um die Entwicklung der Tiere im Auge behalten zu können. Am Ende bekamen die Vögel noch eine Impfung gegen Rotlauf – eine Infektionskrankheit, die besonders bei fischfressenden Vögeln auftreten kann. 

 

Vögel bleiben so lange wie möglich im Freien 

Die Löffler und Waldrappe sind im Dezember in ihre Winterquartiere gezogen – diese Stallungen grenzen direkt an die Anlage an. „Uns ist wichtig, dass die Tiere so lange wie möglich im Freien bleiben können. 

Den Aufenthalt im Stall wollen wir so kurz wie möglich halten. Sobald kein Dauerfrost mehr zu erwarten ist, dürfen die Tiere wieder nach draußen. Sollten im Frühjahr doch noch frostige Nächte kommen, ist das kein Problem: Die Tiere können sich jederzeit in den Stall zurückziehen“, sagt Dr. Hermann Will, Tierarzt im Tiergarten Nürnberg. 

Anders als die Löffler sind die Waldrappe normalerweise das ganze Jahr über in der Voliere. Frostige Temperaturen machen ihnen wenig aus. Wegen der schweren Vogelgrippe-Welle, die in den letzten Monaten durch Europa zog, haben sie diesen Winter allerdings auch im Stall verbracht. Dr. Katrin Baumgartner: „Wir haben die Gefahren, die von der Vogelgrippe ausgehen, sehr ernst genommen – auch wenn wir glücklicherweise kein infiziertes Tier im Tiergarten hatten. Bevor die Vögel ins Freie kamen, hatten wir uns deshalb eng mit dem Veterinäramt abgestimmt. Da es hier in der Region nur vereinzelte Fälle der Vogelgrippe gab, haben wir uns gemeinsam entschieden, die Tiere jetzt auf die Anlagen zu lassen.“ 

 

Pelikane wieder auf den Weihern 

Die Rosa- und Krauskopfpelikane sind ebenfalls im Dezember in ihr Winterquartier gezogen. Dieses befindet sich auf Gut Mittelbüg in Schwaig, einer Außenstelle des Tiergartens. Ausschlaggebend für den Umzug ins Winterquartier ist hier die Eisschicht auf den Weihern. Wird diese zu dick, können die insgesamt 25 Pelikane dort kaum noch schwimmen. Zudem könnten Beutegreifer wie Füchse auf dem zugefrorenen Weiher zu den Ruheplätzen der Vögel gelangen. Da nun kein länger anhaltender Frost mehr zu erwarten ist, sind die Tiere letzte Woche an die Weiher zurückgekehrt – und mit ihnen acht Weißstörche, vier Streifengänse und eine Kanadagans. Auch sie haben die Wintermonate in frostfreien Quartieren auf Gut Mittelbüg verbracht. 

Krauskopfpelikane (Pelecanus crispus) kommen in Südosteuropa und Asien an Meeren und großen Binnengewässern vor. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Art als „potentiell gefährdet“ ein. Die Rosapelikane (Pelecanus onocrotalus) leben in weiten Teilen Afrikas sowie in Südosteuropa und Asien. Mit teilweise über drei Metern Flügelspannweite zählen sie zu den größten Wasservögeln. 

 

Waldrappe gelten als „stark gefährdet“ 

Waldrappe (Geronticus eremita) gibt es bereits seit den 1960er Jahren im Tiergarten Nürnberg – zunächst am Flusspferdhaus und seit 1999 in der Großvoliere neben der Fischkatzenanlage. In der Natur ist die Ibisart nur noch in Marokko anzutreffen. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts war sie auch in Mitteleuropa heimisch. Nicht nachhaltige Bejagung und Lebensraumzerstörung führten jedoch zum Rückgang der Kolonien. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Waldrapp heute als „stark gefährdet“ ein. Wiederansiedlungsprojekte sollen die Art wieder in der Wildbahn etablieren. Auch der Tiergarten Nürnberg beteiligt sich an diesen Vorhaben: Im Rahmen des Projekts „Proyecto Eremita“ hat er zuletzt Ende 2019 vier Waldrappe nach Spanien abgegeben. Die Vögel verbrachten einige Monate in einer Auswilderungsvoliere, ehe sie im März 2020 an der andalusischen Atlantikküste ausgewildert wurden. Gemeinsam mit dem Zoobotanico Jerez de la Frontera unterstützt der Tiergarten Nürnberg das „Proyecto Eremita“ seit 2018 – bislang mit acht im Tiergarten geschlüpften Waldrappen. 

Die elf Waldrappe im Tiergarten teilen sich die Voliere mit vier Löfflern (Platalea leucorodia). Wildlebend kommen Löffler an Küsten und großen Binnengewässern in Europa, Asien und Nordafrika vor. Charakteristisch für die Vögel ist der löffelartig geformte Schnabel, mit dessen Hilfe sie Nahrung aus dem Wasser fischen. 

Die Nürnberger Waldrappe und Krauskopfpelikane sind Teil des Europäischen Zuchtprogramms EAZA-ex-situ-Programm (EEP). In diesen Programmen züchten Zoos und Wildparks koordiniert Tierarten, um stabile Populationen außerhalb ihres natürlichen Lebensraums aufrechtzuerhalten. 

Die meisten Tiere im Tiergarten verbringen die Wintermonate auf ihren Freianlagen oder in den Tierhäusern. In ein spezielles Winterquartier kommen nur einige Vogel- und Reptilienarten. tom 

 

 

Eine Tiergarten-Mitarbeiterin trägt einen Weißstorch in die Anlage am Weiher.

 

Dr. Hermann Will, Tierarzt im Tiergarten Nürnberg, untersucht einen Pelikan. Dabei kontrolliert er unter anderem die Füße auf Risse oder Wucherungen.

 

Nach einer tiermedizinischen Untersuchung wird ein Löffler wieder in seine Voliere entlassen. Die Löffler teilen sich die Anlage mit den Waldrappen.

Last modified on Donnerstag, 14 April 2022 14:06
Aytürk

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