Pandemieauswirkungen auf deutsches Bildungssystem gering im OECD-Vergleich

Pandemieauswirkungen auf deutsches Bildungssystem gering im OECD-Vergleich
Zum Jahresbericht "Bildung auf einen Blick" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erklärt Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH):
 
"Die Betriebe im Handwerk bilden auch während der Corona-Pandemie mit großem Engagement aus und suchen dringend Nachwuchskräfte. Das Handwerk bietet Karrieren mit Perspektive und eine hohe Arbeitsplatzsicherheit. Das bestätigt die OECD in ihrem aktuellen Bildungsbericht. Anders als im OECD-Durchschnitt hat sich in Deutschland die Arbeitslosenquote junger Erwachsener während der Corona-Pandemie kaum erhöht. Im Gegenteil: Im Handwerk bieten die Betriebe auch jetzt noch gut 28.000 offene Ausbildungsplätze an, das sind tausendfach ungenutzte Ausbildungs- und zukunftssichere Berufschancen.
 
Dabei wird der Nachwuchs in unseren Betrieben dringend gebraucht, um die wichtigen Zukunftsaufgaben umzusetzen, wie die Erreichung der Klimaziele oder die Elektromobilität. Daher müssen jetzt alle an einem Strang ziehen und vor allem auch die Politik in Bund und Ländern unsere Handwerksbetriebe und Handwerkskammern darin unterstützen, noch viele Jugendliche nachträglich für das aktuelle Ausbildungsjahr zu gewinnen.
 
Gleichzeitig verweist die OECD-Studie zu Recht auf die Finanzierungslücken im deutschen Bildungssystem. Die Investitionen Deutschlands liegen in allen Bildungsbereichen weiter unter dem OECD-Durchschnitt. Es geht jetzt darum, rasch aus den Folgen der Corona-Pandemie für die Bildung zu lernen und die von der OECD identifizierten Finanzierungslücken nachhaltig zu schließen. Dafür muss die künftige Bundesregierung schleunigst die digitale Ausstattung der handwerklichen Bildungszentren und der Berufsschulen fördern. Zudem zeigt die OECD den hohen Stundenausfall an allen Schulformen auf. Es ist daher dringend erforderlich, bundesweit Lernstandserhebungen durchzuführen und Lerndefizite auszugleichen. Die künftigen Schulabgänger brauchen die notwendigen Kompetenzen für den erfolgreichen Einstieg in eine handwerkliche Ausbildung. Entscheidend ist auch, flächendeckend die Berufsorientierung an allen Schulformen auszubauen und die regionalen Angebote über digitale Plattformen der Schulen oder der regionalen Agenturen für Arbeit enger zu verzahnen."

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