30 Jahre Manege frei im „Circus Wirbelwind“

30 Jahre Manege frei im „Circus Wirbelwind“
Ein integratives Projekt der Kommunalen Jugendarbeit im Landkreis Würzburg
 
30 Jahre Circus Wirbelwind - 2000 Anmeldungen, 5000 Kostüme, 120 Vorstellungen und 4000 leuchtende Kinderaugen. Der Circus Wirbelwind ist ein Ferienprojekt des Landkreises Würzburg und feierte dieses Jahr seinen 30. Geburtstag. Gegründet wurde der Zirkus 1991 von Zirkuspädagoge Peter Bethäuser und Klaus Rostek, damaliger Jugendpfleger im Landkreis Würzburg. 2008 hat Clown „Herr Lui“ aus Reichenberg die Zirkusleitung übernommen.
 
„Es ist immer wieder faszinierend, wenn es heißt ‚Manage frei‘ und aus unseren Kindern und Jugendlichen Akrobaten, Artisten, Zirkusmanager oder Clowns werden. Gäbe es den Zirkus nicht schon seit 30 Jahren, müsste man ihn glatt erfinden!“, freut sich Landrat Thomas Eberth dankbar für das über 30-jährige Engagement.
 
In seiner Anfangsphase hat der Circus Wirbelwind auch stürmische Zeiten überlebt und ist so zu seinem Namen gekommen: In einer windigen Nacht 1993 in Rottendorf tobte der Sturm im Camp so stark, dass ein Kinderzelt über das große Zirkuszelt hinwegflog. So bekam die Zirkusfreizeit schließlich den Namen „Circus Wirbelwind“. 2010 musste sogar ein Camp mitten in der Nacht evakuiert werden, da die Zelte in wenigen Minuten voller Wasser standen. Die jungen Artistinnen und Artisten und das Team ließen sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Zusammenhalt, Gemeinschaft und Integration werden im Circus Wirbelwind nicht nur großgeschrieben, sondern auch wirklich gelebt.
 
 
Trainingsspaß mit Übernachtung in der Zirkusfamilie auf Zeit
Für je eine Woche leben und trainieren knapp 40 Kinder und Jugendliche auf dem Zirkusplatz. Immer in der vierten und fünften Sommerferienwoche wird das rotweiße Zirkuszelt in einer Gemeinde im Landkreis Würzburg aufgebaut. Mit dabei sind 58 Kostümkisten, ein Dutzend Scheinwerfer und jede Menge Requisiten. Gekocht wird jeden Tag frisch in der eigenen Küche. Jedes Zirkuscamp sucht sich für die Vorstellung ein Thema aus. Dazu überlegen sich die Artisten in ihren Nummern ein buntes Programm. Jedes Kind darf zwei verschiedene Nummern trainieren. Ob Trapez, Clown, Fakir oder Akrobatik – für jeden ist etwas dabei. Auch Kinder und Jugendliche mit körperlicher und geistiger Beeinträchtigung werden ohne Probleme in den Zirkusalltag integriert. Innerhalb einer Woche wird aus einer bunt gemischten Gruppe eine große Zirkusfamilie. Mit dabei ist immer der Leiter Herr Lui, der eng mit dem Landkreis Würzburg zusammenarbeitet. Das Team umfasst mittlerweile auch frühere Teilnehmerkinder, die die Ausbildung zum Zirkustrainer gemacht haben.
 
„Einmal Zirkuskind, immer Zirkuskind – das macht dieses besondere Programm des Landkreises Würzburg aus, daher wünschen wir dem Circus Wirbelwind noch viele Generationen, die den Eltern und Gästen wunderbare Zirkusvorstellungen bieten und die mit Freude an der Gemeinschaft, mit Zusammenhalt und Begegnungen beim Training Ängste überwinden, Neues lernen und dabei sehr viel Spaß haben“, so Landrat Thomas Eberth
 
Selbst zu Coronazeiten 2020 und 2021 konnte der Circus Wirbelwind stattfinden, in diesem Jahr in Höchberg. Ein umfangreiches Test- und Hygienekonzept ermöglichte die Zirkusfreizeiten mit Maske, Abstandregeln und festen Kleingruppen. Klar war, dass die Vorstellungen 2021 unter dem Motto „30 Jahre Circus Wirbelwind“ standen. Wie feiert man ein solches Fest? Die Kinder vom Wirbelwind haben es uns gezeigt: Wie immer mit viel Phantasie, Mut, Spaß und tollen Kunststücken. So wird es auch in den nächsten Jahren heißen: Manege frei im Circus Wirbelwind!
 
 
Bildunterschriften:
Auch beim 30-jährigen Jubiläum des „Circus Wirbelwind“ im Landkreis Würzburg boten die jungen Artistinnen und Artisten eine tolle Abschlussvorstellung, in diesem Jahr in Höchberg.
 
Foto: Klaus Rostek
 
 
Auch Landrat Thomas Eberth (r.) stattete dem Circus Wirbelwind, der heuer in Höchberg gastierte, einen Besuch ab und ließ sich von Zirkusdirektor „Herr Lui“ in die Geheimnisse des Feuerspuckens einweihen.
 
Foto: Lucas Kesselhut
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