Fakten über den Impffortschritt in Stadt und Landkreis Würzburg / In welcher Priorisierungsgruppe derzeit geimpft wird

Würzburg
Ende Dezember 2020 ging es los: Die ersten Bürger*innen bekamen in Stadt und Landkreis Würzburg einige der wenigen Impfdosen verabreicht. Konnten die Verantwortlichen für das Impfmanagement zu Beginn immer nur wenige Hundert Impftermine freigeben, sind es mittlerweile Tausende. In den beiden Impfzentren von Stadt und Landkreis Würzburg wurden insgesamt 78.652 Impfungen verabreicht. 58.006 Personen erhielten hier ihre Erstimpfung, 20.645 Personen wurden bereits zum zweiten Mal geimpft (Stand 29. April 2021). Die Impfkampagne gewinnt somit auch in der Region an Tempo – trotz verschiedener Probleme, die zwischendurch unvorhergesehen eingetreten sind (Impfstopp, kurzfristig stornierte Lieferzusagen).
 
Antworten auf derzeit häufig gestellte Fragen der Bürger*innen finden Sie im Folgenden:
 
In welcher Priorisierungsgruppe finden derzeit Impfungen statt?
Die Impfungen finden im Impfzentrum auf der Talavera zurzeit noch in der Priorisierungsgruppe 2 statt. Im Impfzentrum Giebelstadt werden je nach Impfbereitschaft und Anzahl der Impfberechtigten der Priorisierungsgruppen 1 und 2 bereits Personen der Priorisierungsgruppe 3 geimpft.
 
Welche Rolle spielen noch Personen der höchsten Priorisierung („Prio-Gruppe 1“)?
Nicht alle Personen, die der ersten Priorisierungsgruppe angehören, haben sich zum Start der Impfkampagne für eine Impfung entschieden. Täglich gibt es deswegen neue Registrierung von Impfwilligen der Prio-Gruppe 1. Dies führt dazu, dass jeden Tag auch weiterhin Bürger*innen der höchsten Priorisierungsgruppe in den Impfzentren geimpft werden. Diese Anzahl schwankt täglich zwischen zwei- und dreistelligen Werten.
 
Die Impfpriorisierung soll im Juni aufgehoben werden. Würde das den Verwaltungsaufwand in den Impfzentren erhöhen oder reduzieren?
Wenn die Impfung der Priorisierungsgruppen 1 bis 3 nahezu abgeschlossen wäre, könnte der Verwaltungsaufwand für die Bürger*innen und das Verwaltungspersonal erheblich reduziert werden. Voraussetzung ist jedoch, dass die Impfzentren ausreichend Impfstoff zugeteilt bekommen, um eine schnelle Durchimpfung aller Alters- und Berufsgruppen zu erreichen.
 
Andere Landkreise begannen früher mit der Impfung von Personen der Prio-Gruppe 3. Wie kommt das?
Insbesondere im städtischen Umfeld ist die Dichte an Personen der höchstpriorisierten Gruppe sehr hoch – darunter fallen Bürger*innen über 80 und medizinisches Personal sowie verschiedene Berufsgruppen. Die Alters- und Bevölkerungsstruktur einer Region hat somit auch immer Auswirkungen auf den Impffortschritt.
 
Hinzu kommt, dass die Impfbereitschaft auch teilweise sehr unterschiedlich ist. So können sich ländlich geprägte Regionen in den jeweiligen Impffortschritten von städtischen Gebieten durchaus unterscheiden.
 
 
Wie viele registrierte Personen warten derzeit noch auf einen Impftermin in Stadt und Landkreis Würzburg?
Derzeit warten knapp 72.000 Personen auf einen Impftermin (Stand 29. April morgens). Michael Dröse, einer der beiden Verwaltungsleiter der Impfzentren, appelliert an die Bürger*innen, Mehrfachregistrierungen auszubessern. Immer wieder komme es vor, dass Personen zwei, drei oder auch vier Registrierungen mit den gleichen Daten anlegen. Dies erschwert die Arbeit der Mitarbeiter*innen in den Impfzentren und verfälscht statistische Auswertungen. Zudem bittet er Personen, die eine Impfung bei ihrem Hausarzt bekommen haben, Registrierungen für eine Impfung in den Impfzentren zu löschen.
 
 
Ein Gerücht behauptete, dass Privatversicherte bei Impfungen bevorzugt werden. Fragen die Mitarbeiter*innen des Impfzentrums, wie der Impfwillige versichert ist?
Nein, das ist für die Impfung im Impfzentrum unerheblich. Eine Versichertenkarte ist beim Check-In auch nicht vorzulegen.Die Frage nach der Kassenzugehörigkeit wird bei der Registrierung im Impfportal auch nicht gestellt.
 
Können Impfwillige einen Impfstoff aussuchen?
„Nein, eine Wahl des Impfstoffs ist nicht möglich“, informiert Michael Dröse. „Der Anspruch auf eine Corona-Schutzimpfung beinhaltet nach der Corona-Impfverordnung weiterhin nicht das Recht, den Impfstoff eines bestimmten Herstellers zu wählen“, so Dröse weiter. Nachdem AstraZeneca nur noch für Menschen über 60 empfohlen wird, hat die Landesregierung entschieden, das Vakzin in den Impfzentren nicht mehr für die Erstimpfung zu verspritzen. Erstimpfungen mit Astra Zeneca sind nur noch in Arztpraxen vorgesehen.
 
Wer bezahlt die Impfungen im Impfzentrum?
„Die Impfung ist für die Impfwilligen kostenlos“, betont Michael Dröse. Der Bund beschafft, verteilt und finanziert alle Impfstoffe, die in Deutschland zum Einsatz kommen. Die Kosten für den Aufbau und die Organisation der Impfzentren tragen die Länder (die Kommunen – beispielsweise Stadt und Landkreis Würzburg – finanzieren diese vor).

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