Tag des herzhaften Lachens: Warum ist Lachen so wichtig?

Tag des herzhaften Lachens: Warum ist Lachen so wichtig?
Lachen macht glücklich und gesund und kann in Corona-Zeiten erst recht nicht schaden. 
Unsere Experten Dr. med. Katharina Hösl, Leitende Oberärztin in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, und Prof. Dr. med. Wolfgang Brückl, Oberarzt in der Klinik für Innere Medizin 3, Schwerpunkt Pneumologie, wissen mehr darüber. 
 
Warum lachen wir eigentlich und was passiert in unserem Gehirn, wenn wir lachen?
Dr. Hösl: Lachen ist etwas typisch Menschliches, denn Katzen, Meerschweinchen oder Pferde können nicht lachen. Wir können schon lächeln, lange bevor wir laufen oder sprechen können. Lachen verbindet und entspannt uns Menschen in sozialen Beziehungen. Herzhaftes Lachen stimuliert den Parasympathikus, den entspannenden Teil des vegetativen Nervensystems. Beim Lachen werden durch verschiedene Botenstoffe wie Dopamin, Serotonin und körpereigene Endorphine Glücksgefühle im Gehirn ausgelöst. Übrigens: Die Wissenschaft von den physischen und psychischen Mechanismen und Auswirkungen des Lachens heißt Gelotologie.
 
Kann Lachen auch therapeutisch hilfreich sein?
Dr. Hösl:  Ja, der Einsatz von Clowns in Krankenhäusern oder Senioreneinrichtungen hat sich sehr bewährt. Auch Lachyoga ist ein interessanter Ansatz. Der indische Arzt und Yogalehrer Madan Kataria hat Lachyoga weltweit bekannt gemacht. Er kombinierte Yogatechniken mit Lachübungen und entwickelte daraus eine Methode, die Menschen zum Lachen bringen soll. In der Gruppe wird das Lachen zunächst auf motorischer Ebene trainiert, ein anfangs künstliches Lachen soll nach und nach in ein echtes Lachen übergehen. Es ist dabei gar nicht notwendig, besonders humorvoll zu sein. Durch den Blickkontakt und die Dynamik in der Gruppe entsteht ein ansteckendes Lachen, das sich auf andere Teilnehmer überträgt.
 
Wie viele Muskeln sind in unserem Gesicht beim Lachen beteiligt und welcher Muskel ist der entscheidende Muskel beim Lachen?
Prof. Brückl: Vom Gesicht über den Brustkorb bis zum Bauch sind fast 300 Muskeln beteiligt. Alleine der sogenannte Lachmuskel (medizinisch Jochbeinmuskel; lat. Musculus zygomaticus) spannt etwa 15 weitere Muskeln im Gesicht an. Übrigens: auch die Muskeln, die den Tränensack umgeben, sind beim Lachen beteiligt, was uns buchstäblich „Tränen lachen“ lässt. Nach einem Lachanfall, der im Schnitt sechs Sekunden anhält, sind die Muskeln gut durchblutet und durch das vibrierende Zwerchfell hat quasi eine innere Massage stattgefunden. 
 
Mit wie viel Km/h stößt man die Luft beim Lachen aus der Lunge?
Prof. Brückl: Bei einem Lachanfall pressen wir die Luft mit ca. 100 km/h aus hinaus. Außerdem geht die Atmung schneller und wir nehmen fast viermal so viel Sauerstoff auf als im Normalzustand. Lachen ist damit tatsächlich eine physiologische Atemübung, die man täglich nutzen sollte. So trainiert man das Exspirium, also das verlängerte Ausatmen, den Einatem-Reflex und kräftigt dadurch nicht zuletzt auch die Stimme. 
 
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