Trotz steigender Impfquote bleiben Tests wichtige Säule der Pandemiebekämpfung

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Gesundheitsamt Würzburg ruft Bürger:innen weiter zu Tests auf
  
Die Immunisierung der Bevölkerung schreitet voran. Mit gut 57 Prozent haben inzwischen deutlich mehr als die Hälfte der Bürger:innen aus Stadt und Land Würzburg zumindest eine Erstimpfung erhalten. Mehr als 40 Prozent besitzen mit der zweiten Spritze bereits den vollen Impfschutz (Stand 6. Juli). Dass sich inzwischen auch die Inzidenzen auf einem niedrigen Niveau eingependelt haben, lässt viele Lockerungen zu.
 
Das Gesundheitsamt von Stadt und Landkreis Würzburg appelliert jedoch an die Bürger:innen der Region, die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus auf keinen Fall zu vernachlässigen. Neben Abstand und Masken sind die Menschen aufgerufen, vor allem auch das Testangebot von Stadt und Landkreis weiter zu nutzen – selbst wenn die Testpflicht durch die niedrige Inzidenz in vielen Fällen entfallen ist.
 
Impfstoffe schützen nicht zu 100 Prozent
 
Dr. Johann Löw, Leiter des Gesundheitsamts von Stadt und Landkreis Würzburg, erklärt, warum die Tests weiter von Bedeutung sind: „Auch einige geimpfte Menschen können sich infizieren, sie erkranken nur nicht so heftig an Covid-19.“ Die in Deutschland zur Anwendung kommenden Impfstoffe haben eine sehr gute Wirksamkeit. mRNA-Impfstoffe von Biontech oder Moderna etwa würden zwar zu fast 100 Prozent vor einem schweren Verlauf schützen, besäßen allerdings nur eine Wirksamkeit von 95 Prozent. „Das bedeutet, dass bei fünf Prozent kein Schutz vor einer Ansteckung besteht“, betont Löw. Bei vektorbasierten Impfstoffen wie etwa Astra-Zeneca liege die Wirksamkeit bei bis zu 80 Prozent. Wegen „individueller Gegebenheiten“ wie etwa des Alters oder auch aufgrund von Virusvarianten, die vom Immunsystem nicht erkannt werden, könnten sich manche Menschen dennoch anstecken und gegebenenfalls das Virus weitertragen.
 
Die Verantwortlichen des Gesundheitsamts zeigen jedoch auch Verständnis: Der Drang nach Normalität ist nach anderthalb Jahren Pandemie mit den entsprechenden Einschränkungen groß. Allerdings haben die Bürger:innen der Region im Verlauf der Corona-Pandemie große Solidarität gezeigt - und die gelte es auch weiterhin zu zeigen. Noch immer gibt es Menschen, die sich etwa aufgrund einer Vorerkrankung nicht impfen lassen können. Oder auch jüngere Menschen, die trotz der aufgehobenen Impfpriorisierung noch keinen Termin bekommen haben. „Denken Sie daran: Geimpfte können unter Umständen ungeimpfte Menschen infizieren“, richtet sich Gesundheitsamts-Leiter Löw an die Bürger:innen.Nur bei frühzeitigem Entdecken von Infektionen mit Hilfe der Tests behalte man den Überblick über das Infektionsgeschehen in der Region – und könne im Fall steigender Zahlen entsprechend schnell reagieren.
 
Antigen-Schnelltests an rund 50 Stellen möglich
 
Das Angebot für kostenlose Bürgertestungen ist seit Anfang Juni in der gesamten Region flächendeckend. In Stadt und Landkreis Würzburg können sich Bürger:innen an rund 30 Teststellen und 20 Apotheken und Hausarztpraxen auf das Coronavirus testen lassen – auch wenn wegen der niedrigen Inzidenzen einige Stellen ihre Betriebszeiten bereits reduziert haben.
 
Aber auch, wenn sich die Sieben-Tage-Inzidenzen derzeit auf einem niedrigen Niveau befinden, betrachtet Landrat Thomas Eberth vor allem die rasante Verbreitung der Delta-Variante in vielen Ländern mit einer gewissen Sorge. „Derzeit können wir hier alle etwas aufatmen“, sagt der Landrat, „aber die Pandemie ist noch nicht vorbei.“ Auch er selbst testet sich daher regelmäßig und die Mitarbeiter des Landratsamts sind angehalten, zumindest zweimal wöchentlich Testungen durchführen zu lassen.
 
Genaue Informationen zu Öffnungszeiten und den Standorten der Antigen-Schnelltest-Stellen in den Städten und Gemeinden sowie der Bayerischen Testzentren auf der Talavera sowie dem Gelände des Universitätsklinikums stehen auf der Webseite des Landratsamtes Würzburg unter www.landkreis-wuerzburg.de/Testzentrenzur Verfügung.

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